Caritas warnt: Junge Armut gefährdet die Zukunft
Armutswochen 2026: Caritas fordert bessere Chancen für junge Menschen – Veranstaltung zur Generationengerechtigkeit in Lennestadt
Erzbistum Paderborn, 26.10.2026 (cpd) – Jeder vierte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren in Deutschland ist von Armut bedroht. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist es mehr als jeder Fünfte. Auf diese Zahlen macht der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn anlässlich der bundesweiten Caritas-Armutswochen aufmerksam. Unter dem Motto „Junge Armut!? Gemeinsam für Generationengerechtigkeit“ fordern Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) bessere Zukunftschancen für junge Menschen.
„Es darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, ob ein Kind seine Fähigkeiten entfalten kann“, sagt Diözesan-Caritasdirektor Ralf Nolte. „Wer in Armut aufwächst, hat schlechtere Chancen auf Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sich Armut von einer Generation auf die nächste überträgt.“ Auch in Nordrhein-Westfalen ist Kinder- und Jugendarmut ein erhebliches Problem. Nach dem Sozialbericht NRW 2026 liegt die Armutsgefährdungsquote bei 17,8 Prozent. Fast jedes fünfte minderjährige Kind im Land lebt in Armut oder ist davon bedroht.
„Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die soziale Herkunft den Bildungserfolg besonders stark beeinflusst. Das möchten wir ändern“, sagt Giulia Maira, Leiterin des Referats Soziale Sicherung beim Diözesan-Caritasverband Paderborn. „Wir möchten insbesondere die jungen Menschen unterstützen, die nicht mit den gleichen Chancen ins Leben starten. Dafür braucht es früh ansetzende und verlässliche Unterstützungsstrukturen.“
Rund jeder zehnte junge Mensch zwischen 20 und 24 Jahren war 2025 weder erwerbstätig noch in Bildung oder Ausbildung. Fehlende Berufsabschlüsse erhöhen das Risiko von Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Ausgrenzung. Deshalb fordert die Caritas verlässliche Hilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Besondere Sorge bereitet der Caritas die Wohnungsnot junger Erwachsener. Gerade beim Übergang aus der Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben fehlen häufig bezahlbarer Wohnraum und ausreichende Unterstützung. „Von unseren Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe wissen wir, dass sie immer häufiger auch von jungen Menschen aufgesucht werden, die Unterstützung brauchen und auf ihre Angebote angewiesen sind“, berichtet Ralf Nolte. „Diesen Trend müssen wir stoppen.“ Die Caritas fordert deshalb, bestehende Rechtsansprüche junger Volljähriger konsequent umzusetzen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Wir müssen junge Menschen ernst nehmen: mit ihnen reden, ihnen zuhören, nahbar sein und sie aktiv an der Entwicklung von Lösungen beteiligen“, betont Giulia Maira. „Dafür braucht es direkte Begegnungen zwischen Politik und jungen Menschen, insbesondere auch mit benachteiligten jungen Menschen.“
Die bundesweiten Armutswochen dauern vom 17. Oktober bis zum 15. November. Sie stehen im Zusammenhang mit der Caritas-Jahreskampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“.