Gespräche zur Verstetigung des Kümmerer-Projektes „Endlich ein ZUHAUSE“ in Paderborn gestartet
Seit Mai 2022 unterstützt der SKM das Projekt „Endlich ein ZUHAUSE“ in Paderborn. Ziel ist es Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen bei der Wohnungssicherung und Wohnungssuche zu helfen.
Ausgangslage
Zum 30.6.2024 waren 122.170 Personen in NRW als Wohnungslos erfasst, die beispielsweise in überlassenem Wohnraum, Sammelunterkünften oder Einrichtungen für Wohnungslose untergebracht waren. Hinzu kommen Personen, die ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, sowie Formen von verdeckter Wohnungslosigkeit (zum Beispiel bei Bekannten oder Angehörigen als sog. Couchsurfer).
Herunter gebrochen auf den Kreis Paderborn waren zum Stichtag 2.065 Personen wohnungslos! Bemerkenswert ist, dass sich die Fallzahlen der Wohnungslosen in den letzten Jahren kontinuierlich vergrößert haben, so galten 2015 „nur“ 162 Personen als wohnungslos.
Hinter jeder Zahl verbergen sich Menschen mit individuellen Herausforderungen und Lebensgeschichten, die jeweils eine individuelle Herangehensweise erfordern.
Die Gründe für Wohnungslosigkeit sind vielfältig. So gestaltet sich der Wohnungsmarkt insgesamt schwierig. Zum einen fehlen schlichtweg Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment, zum anderen steigen die aufgerufenen Mieten. Hinzu kommen Gründe, die in der Persönlichkeit und den individuellen Schicksalen der wohnungslosen Personen liegen.
Unser Angebot
So individuell die einzelnen Schicksale sind, so individuell ist die Arbeit, die die Mitarbeiter im Projekt leisten!
Bereits im Vorfeld sind SCHUFA-Auskunft und optional Wohnberechtigungsschein zu beantragen; wenn die geeignete Wohnung gefunden ist, ist die Einwilligung des Kostenträgers einzuholen, hierbei sind die Vorgaben der „angemessenen Miete“ zu beachten, der Mietvertrag ist gegenzulesen, die Finanzierung einer Kaution zu beantragen, eventuell die Abtretung der Mietzahlung zu beantragen, die Übernahme der Wohnung zu organisieren, optional ist ein Stromversorger zu suchen, und dabei ist stets die Kommunikation mit Mieter, Vermieter, Kostenträger und ggf. weiteren Stellen sicher zu stellen.
Auch nach Einzug stehen die Mitarbeiter im Projekt bei Problemen oder Fragestellungen zur Verfügung, um zeitnah Herausforderungen zu bearbeiten, die ansonsten zu Problemen für Mieter und/ oder Vermieter führen könnten.
Fazit
Für die Arbeit im Projekt mit den vielfältigen Fragestellungen, die jeder einzelne Fall mit sich bringt, hat es sich für den SKM als vorteilhaft herausgestellt, dass sich neben einer Sozialarbeiterin auch ein Immobilienwirt um Wohnraumsicherung und -akquise kümmert. So können sowohl Fragestellungen, die sich zumeist den wohnungslosen Personen stellen, als auch immobilienspezifische Herausforderungen zielgerichtet gelöst werden.
So gelingt es den Mitarbeitern des SKM seit Projektbeginn jährlich bis zu 40 Personen wieder in Wohnraum zu vermitteln. Durch Beratung bei Mietproblemen gelingt es darüber hinaus, jährlich bis zu 50 bestehende Mietverhältnisse zu sichern.
Das vom MAGS NRW geförderte Projekt wird zum 31.12.2027 enden. Ob eine Verstetigung des Projektes gewollt ist und insbesondere wie die Finanzierung über dieses Datum hinaus sichergestellt werden kann, muss bis dahin von der Politik entschieden werden.
Ansprechpartner beim SKM
Wolfgang Glunz, Immobilienwirt
und
Jessica Kaimann, Sozialarbeiterin.